10 Fragen zur Überlegung sich einen Nymphensittich anzuschaffen
1.)Ein Nymphensittich wird bei artgerechter Haltung etwa 15 Jahre alt. Sind Sie bereit, so lange für ihn zu sorgen?
2.)Haben sie einen guten Platz, an dem ein geräumiger Käfig ständig stehen kann?
3.)Können Sie dem Vogel seine täglichen Freiflüge ermöglichen?
4.)Haben Sie genügend Zeit, sich um den Vogel zu kümmern?
5.)Wer wird mit dem Nymphensittich spielen, sprechen, ihm etwas vorpfeifen?
6.)Was geschieht mit ihm, wenn Sie in den Ferien verreisen?
7.)Leben noch andere Heimtiere bei ihnen, die sich vielleicht nicht mit dem Vogel vertragen? Einem Hund kann man es begreiflich machen, dass der Vogel zur Familie gehört, einer Katze nicht.
8.)Wollen Sie den Vogel Ihrem Kind schenken? Dann liegt die Verantwortung für das Wohlergehen des Vogels dennoch bei Ihnen, denn das Interesse eines Kindes an einem Vogel schnell erlahmen.
9.)Sind Sie sicher, dass niemand in der Familie allergisch auf Vogelfedern und Gefiederstaub reagiert.
10).Denken sie daran, dass die Ernährung und die hygienischen Bedürfnisse des Vogels regelmäßig Geld kosten?

Was Ihr Vogel im neuem Heim braucht
·Einen geräumigen Käfig wie unten beschrieben
·Körnermischung für Großsittiche
·Hirsekolben
·Schnabelwetzstein
·Tierkohle gegen Durchfall
·1 bis 2 Zusatznäpfe
·Vogelsand
·Messingglöckchen an kurzer, fester Kette
·Schaukel mit Holzstange
·Metallspiegel für Einzelvögel
·sonstige Spielzeuge möglichst aus Holz.

Worauf es beim Kauf ankommt
Das Alter des Vogels ist wichtig:
Ein junger , etwa 10 bis 12 Wochen alter Nymphensittich gewöhnt sich am besten an den Menschen und wird bei fürsorglicher Pflege rasch zahm. Bedenken Sie aber, dass junge Nymphensittiche noch matte Gefiederfarben haben; Männchen entwickeln erst mit etwa 9 Monaten ihre Farbenpracht.
Daran erkennen Sie einen jungen Nymphensittich:
·Der Wangenfleck ist schon vorhanden, jedoch noch nicht leuchtend orangerot.
·Die Außenränder der Schwanzfedern sind fein weißlich-gelb gesäumt.
·Der Schwanz ist etwas kürzer als der erwachsene Nymphensittich. Die Wachshaut ist rosa.
·Die Bewegungen von Jungvögeln sind noch auffallend tollpatschig.
So sieht ein gesunder Nymphensittich aus:
·Alle Federn sind bereits ausgebildet, liegen glatt an und glänzen.
·Die Federn um die Kloake- so nennt man den After eines Vogels- sind nicht verklebt oder mit Kot verschmiert.
·Augen und Nasenlöcher sondern keine Flüssigkeit ab und sind nicht verkrustet.
·Die beiden mittleren Zehen eines Fußes zeigen nach vorne, die beiden äußeren nach hinten; keine darf fehlen.
·Der Vogel bewegt sich normal, hat Kontakt zu seinen Artgenossen und putzt sein Gefieder.
So sieht ein kranker Nymphensittich aus:
·Er sitzt teilnahmslos abseits mit aufgeplustertem Gefieder und halb geschlossenen Augen, den Schnabel in den Rückenfedern vergaben. Doch nicht jeder Nymphensittich, der so in seinem Käfig hockt ist krank, denn das ist auch die Schlafhaltung gesunder Vögel. Und Nymphensittiche schlafen tagsüber häufig für kurze Zeit.

Gesundheitsstörungen auf einen Blick
Lustloses Verhalten, Vermeiden von Kontakt (kann vorübergehende Unpässlichkeit sein).
Mögliche Diagnose: Mögliche Infektion.
Verweigerung der Nahrung (kann vorübergehende Unpässlichkeit sein).
Mögliche Diagnose: Vitaminmangel, Tumor.
Gegenstände mit aufgewürgten Körnern füttern (mögliche Balzhandlung am Ersatzobjekt).
Mögliche Diagnose: Kropfentzündung.
Schweres Atmen, häufiges Gähnen (Bewegungsmangel, Fettleibigkeit möglich).
Mögliche Diagnose: Lungenentzündung, Schilddrüsenerkrankung.
Häufiges Niesen (zum Beispiel durch zu trockene Luft oder Putzmittel verursacht).
Mögliche Diagnose: Schwere Erkältung, beginn anderer Krankheiten.
Verdickung unter der Haut oder der Bürzeldrüse.
Mögliche Diagnose: Tumor, andere Geschwulst

Der richtige Nymphensittich Käfig
Material:
Metallkäfig mit Türchen sowie Bodenschale und Sandschuber aus bruchfestem Kunststoff.
Größe:
Idealmaße 101x70x132cm (für 1bis2 Vögel); Mindestmaße 58x34x74cm (für 1 Vogel)
Gitterstäbe:
Mindestens an den Längswänden waagerecht, damit der Vogel klettern kann.
Abstand der Gitterstäbe:
1½ bis 2½cm
Sitzstangen:
3 bis 4 rund gedrechselte Holz-Sitzstangen (Æ 20mm), besser Naturholzäste unterschiedlicher Stärke (Æ 14 bis 26mm)
Futternäpfe:
Mindestens 2 für Körner und Frischkost zum Einhängen, 1 Trinkwasserspender oder 1 Trinknapf ohne Überdachung

Das Futter für den Nymphensittich
Das ist gesund für den Vogel:
·Täglich ein Näpfchen voll von der Körnermischung, und
·Ein etwa 6cm langes Stück Kolbenhirse anbieten.
·Möglichst täglich frisches Gemüse oder Obst.
·Sooft wie möglich ein Bündel frische Kräuter und Wildpflanzen.
·Alle vier bis sechs Wochen eine Kur mit gekeimten Körnern.
·Täglich frisches Trinkwasser.
Das ist schädlich für den Vogel:
·Kalte Nahrung die direkt aus dem Kühlschrank kommt.
·Verfaultes, Verschimmeltes, auch nach dem entfernen der Schadstellen, da ·Fäulnis und Schimmel unsichtbar im Innern der Lebensmittel weiterwuchern.
·Salziges, Gewürztes, Süßigkeiten, Fetthaltiges.
·Alkoholische Getränke, Kaffee.
Völlig Abzulehnen:
Nahrungsentzug mit dem Ziel, der sehr hungrige Vogel soll dann aus "der Hand fressen"; das ist Tierquälerei!
Bitte daran denken:
Obst entweder in kleinen Stücken oder so befestigt anbieten, dass der Vogel davon abbeißen kann. Von Kirschen, Erdbeeren oder Weintrauben kann er nur dann richtig naschen, wenn man sie hinhält; am besten halbiert.

Unterschied von Männchen und Weibchen
·Die Geschlechtsunterschiede bei jungen Nymphensittiche kann nur ein erfahrener Züchter oder Zoofachhändler mit einiger Sicherheit vornehmen, denn vor der Jugendmauser ist der orangerote Wangenfleck des Männchen noch ebenso matt wie der des Weibchens, und die für das Weibchen typische Federzeichen der Unterschwanzdecke sind noch nicht vorhanden.
·Die Geschlechtsunterschiede bei erwachsenen Nymphensittichen ist dagegen nach der Jugendmauser im Alter von ungefähr 9 Monaten leicht möglich. Männchen und Weibchen lassen sich am Gefieder unterscheiden. Die Kontrastfarben der Weibchen sind matt. Wangenfleck und Maske- so nennt man die sich vom Grundgefieder abhebende anders gefärbte Gesichtspartie- scheinen beim Weibchen bräunlich überpudert zu sein. Außerdem hat das Weibchen eine gelb- schwarz quergebänderte Unterschwanzdecke, und die Säume der äußeren Schwanzfedern sind leicht gelblich- weiß, während die des Männchens grau sind.

Einzelvogel oder Pärchen
Die meisten Menschen möchten nur einen Nymphensittich, weil sie glauben, dass ein Einzelvogel besonders zutraulich wird, pfeifen oder gar sprechen lernt. Doch sie bedenken selten, dass ein einzeln gehaltener Nymphensittich nur dann glücklich werden kann, wenn der Mensch bereit ist, ihm die fehlenden Artgenossen durch seine häufige Anwesenheit und durch viel Zuwendung zu ersetzen.
Für mich ist die ideale Lösung immer ein Pärchen. Kaufen Sie aber zunächst nur einen Vogel. Haben Sie das Vertrauen eines jungen Nymphensittichs gewonnen, können Sie ihm getrost einen Artgenossen zu gesellen. Nummer eins wird sicherlich seine Freude am Pfeifen, Reden und vielerlei Schabernack beibehalten, denn das alles ist ihm inzwischen wichtig. Nummer zwei wird sich anfangs nur mehr Scheu vor als Neigung für den Menschen aufbringen. Doch lernt er rasch durch sein Vorbild, den Artgenossen, wie "brauchbar" ein Mensch sein kann.
Übrigens ist es nicht notwendig, dass ein Nymphensittich Paar aus verschiedenem Geschlecht besteht, außer man mochte sie Züchten. Bei Gleichgeschlechtlichen Nymphensittiche schlüpft einer von beiden in die Rolle des nicht vorhandenen Geschlechts. Es geht meistens nicht gut, wenn man noch einen dritten Nymphensittich hinzusetzt, weil das immer nachteilig für einen der drei Nymphensittiche aus. Man sollte das dadurch vermieden.

Der richtige Nistkasten
So soll der Nistkasten aussehen:
Seine Bodenfläche muss aus etwa 3,5cm dickem Hartholz bestehen und 38x26cm groß sein. Der aufklappbare Deckel kann wie die Seitenwände aus dünnerem Weichholz bestehen. Die Seitenwände sollten eine Höhe von 38x46cm haben. Das Einschlupfloch muss einen Durchmesser von 8cm haben, darunter soll sich eine Anflugsstange oder ein Brettchen befinden, und im Innern des Kastens brauchen die Vögel eine längs verlaufende Sitzstange. Die Nestmulde mit einem Durchmesser von 12 bis 15cm wird auf der dem Einschlupfloch gegenüberliegenden Seite platziert. Bei hochformatigen Nistkästen bringt man unter dem Einschlupfloch im Innern eine Kletterhilfe an.
Einstreu:
Bedecken Sie den Boden des Nistkastens mit einer 4cm hohen Schicht aus feuchtem Torf und Sägespänen. Nach dem Schlüpfen der Küken können Sie täglich den Kot entfernen und etwas neues Material einstreuen.
Anbringen des Nistkastens:
Hängen Sie den Nistkasten nur so hoch an eine Wand der Voliere oder des Käfigs, dass Sie ohne Schwierigkeiten ab und zu hineinschauen können.

Die Brut
Bei den Nymphensittichen ist es üblich das beide Eltern brüten. Das Männchen brütet die Eier am Tag und das Weibchen brütet in der Nacht. Beide Vögel halten sich gemeinsam im Brutkasten auf und verlassen ihn wieder zusammen, um zu essen oder sich zu strecken. Es dauert 21 Tage, bis die Küken in der Reihenfolge der Eiablage schlüpfen. Bis dahin sollten die Vögel wenig gestört werden und viel Frischkost angeboten bekommen.
WICHTIG: Man muss täglich nach den jungen schauen, denn es kann passieren das ein Küken stirbt und die rasche Verwesung ist gefährlich für seine Geschwister, es muss sofort entfernt werden.

Die Entwicklung der Jungen
1.bis 3.Tag:
Küken wiegt 4 bis 5g, ist etwa 3cm lang, hat geschlossene Augenlieder und schwefelgelbe Erstlingsdaunen. Das Köpfchen ist kahl, Haut, Schnabel, Wachshaut, Füße und Krallen sind rosafleischfarben.
4.bis 5.Tag:
Die Augen beginnen sich zu öffnen. Küken wiegt 15g und Bettelt seine Eltern mit "tzitt, tzitt" an.
10.Tag:
Die Augen sind völlig geöffnet. Erste Blutkiele sind zu sehen. Küken kann das Köpfchen heben, leicht trippeln und hörbar zischen.
11.bis 12.Tag:
Küken wiegt 37g. Die Schnabelspitze färbt sich dunkel und der Eizahn fällt ab.
15.bis 18.Tag:
Nestling wiegt 45g. Ober und Unterschnabel sind hart. Der Wangenfleck wird sichtbar, Nestling stellt bei Gefahr die Haube auf und faucht.
28.bis 35.Tag:
Jungvogel wiegt 80g. Das Gefieder ist ausgebildet. Der Jungvogel verlässt den Kasten und kann fliegen.
38.bis 42.Tag:
Jungvogel beginn allmählich selbstständig zu essen, wird aber weiterhin 2 Wochen vom Vater gefüttert.
3.bis 4.Monat:
Erste Mauser. der Schnabel wird dunkelgrau.
8.bis 9.Monat:
Jungvogel ist Geschlechtsreif, das Gefieder ausgefärbt.

Was die Federhaube verrät
·Liegt die Haube fast waagerecht mit leicht nach oben zeigender Spitze, befindet sich der Vogel in ruhiger, zufriedener Gelassenheit.
·Steht die Federhaube senkrecht auf dem Köpfchen des Nymphensittichs, ist er aktiv, an seiner Umgebung interessiert und unternehmungslustig.
·Ist die Federhaube straff aufgerichtet- ihre Spitzen weisen fast nach vorne-, so ist der Nymphensittich in äußerster Erregung.
·Gibt die Erregung Anlass zur Furcht, schlägt der Vogel die Federhaube straff zurück, faucht drohend mit hochgerecktem Kopf und schwankt zwangt zwischen Angriff und Flucht.
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